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Prof. Dr. Mirco Imlau

Mirco Imlau
Professor für Experimentalphysik, Universität Osnabrück

Vortrag
MAKE! Holographie
Track eLearning/Augmented Reality und Hologramme
Donnerstag, 22. November 2018, 13:30–15:10

Abstract

Seit der entscheidenden Idee von Dennis Gabor im Jahr 1947 hat sich die Holographie als überaus faszinierendes und weitreichendes Themenfeld in Forschung und Technik etabliert. Die Holographie begeistert in der gesellschaftlichen Breite insbesondere durch die Möglichkeit Objekte dreidimensional aufzeichnen und wiedergeben zu können. Aus technischer Sicht stellt die Holographie allerdings ein experimentell besonders anspruchsvolles, laseroptisches Verfahren dar, das viel Sachkenntnis auf dem Gebiet der Lasertechnologie und Photochemie sowie kostenintensive Laserlichtquellen und zahlreiche optische bzw. optomechanische Komponenten erfordert. Die Anforderung an eine schwingungsdämpfende Grundplatte aus Granit oder in Form eines überdimensionalen, luftgefederten Sandkastens für die optische Strahlführung ist oft eine unüberwindbare Hürde auf dem Weg der experimentellen Realisierung.

Der Vortrag greift diese Problemstellung auf und zeigt, wie Weißlicht-Reflexions-Hologramme einfach und mit geringem Kostenaufwand zu Hause realisiert werden können. Ausgangspunkt sind Arbeitsweisen, Innovationen und Werkzeuge (LEGO®-Baukastensystem, Arduino & Co, 3D-Drucker, Lasercutter etc.) der MAKER-Bewegung, bzw. die hiermit entwickelten optomechanischen Komponenten des vom BMBF geförderten Forschungsprojekts myphotonics.eu. Ausgehend von der Konstruktion eines schwingungsgedämpften Breadboards und hochpräziser, optomechanischer Spiegelhalter werden im ersten Schritt der Aufbau und die Justage eines holographischen Zwei-Strahl-Interferometers gezeigt. Das Aufzeichnen von Bild-Hologrammen erfolgt mittels moderner, photochemischer Filmmaterialien, bei denen auf chemische Badprozesse zur Filmentwicklung oder zum Bleichen verzichtet werden kann. Begleitend wird gezeigt, wie auch Forschungsexperimente zur quantitativen Datenerfassung unter Einsatz Arduino-basierter Laserleistungsmessgeräte durchgeführt werden können und welche Anwendungspotenziale die MAKER-basierte Konzeptionierung für das Lehren und Lernen auf dem Gebiet der Holographie sowie für die Öffnung von Innovationsprozessen in der Gesellschaft beinhaltet. Machen Sie mit?

Informationen zur Person

Mirco Imlau studierte Physik an der Universität zu Köln und verfasste seine Promotion auf dem Gebiet der nichtlinear optischen Eigenschaften photoschaltbarer Moleküle. Nach Aufenthalten an den Universitäten Wien und Nancy fokussierte er sich auf die Wechselwirkung von (ultra-)kurzen Laserpulsen mit optischen Materialien und damit auf eine verstärkte Kooperation mit der Photonik-Industrie. Seit 2002 ist er Professor für Optik & Photonik an der Universität Osnabrück und Leiter der Arbeitsgruppe Ultrakurzzeitphysik sowie Vorstandsmitglied im Forschungszentrum für zelluläre Nanoanalytik CellNanOs in Osnabrück. Im Jahr 2013 initiierte er die Projektierung myphotonics zur nachhaltigen Gewinnung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Photonikforschung und -industrie.