Workshop: Künstliche Intelligenz in Studium und Lehre an Hochschulen

Das DFKI ist Partner der Campus Innovation 2018.

Wie müssen Gestaltungskonzepte aussehen, die die erwiesene Qualität von individuellem Mentoring für den Erwerb von Kompetenzen skalierbar machen? Was kann und soll eine automatische Durchführung von Teilen des Mentorings durch KI-basierte Wissensdienste leisten? Diskutieren Sie mit Dr. Milos Kravcik im Workshop am Freitag, 23. November 2018 auf der Campus Innovation Hamburg.

Lernen im Studium ist ein individueller Prozess der aktiven Aneignung von Wissen durch Ko-Konstruktion von Wissensbeständen unter mentorieller Betreuung durch Lehrpersonen. Dieses prozessbegleitende Feedback gilt in der internationalen bildungswissenschaftlichen Forschung als zentraler Impact-Faktor für den Lernerfolg, sofern es möglichst unmittelbar und möglichst genau erfolgt. Mentoring kann sehr wirksam sein, es ist aber auch sehr aufwändig und nicht skalierbar. Ein aktuelles Problem stellen die notwendigen Datenmengen dar, welche im universitären (nationalen) Kontext nicht systematisch erhoben und verfügbar gemacht werden. Um die gewonnene Breite an Daten zudem einer vollumfänglichen Auswertung und Interpretation unterziehen zu können, ist eine verstärkte Kooperation von Forscherinnen und Forschern verschiedenster Disziplinen notwendig.

Das BMBF-Projekt tech4comp (Personalisierte Kompetenzentwicklung durch skalierbare Mentoringprozesse) adressiert die Leitfrage: Wie müssen Gestaltungskonzepte aussehen, die die erwiesene Qualität von individuellem Mentoring für den Erwerb von Kompetenzen skalierbar machen? Ein wichtiger Fokus des Vorhabens ist die automatische Durchführung von Teilen des Mentorings durch KI-basierte Wissensdienste.

Um sich der Forschungsfrage, was digital-gestütztes Mentoring leisten kann und soll, nähern zu können, erfolgt eine Bedarfs- und Leistungsanalyse auf mehreren Ebenen. Der Forschungsstand zeigt didaktische Gestaltungskonzepte auf der Seite des Lernenden sowie organisatorische und technologische Gestaltungskonzepte auf der Seite der Lernumgebung, die den digitalen Lernprozess beeinflussen und im Rahmen von Mentoring-Prozessen zur Verbesserung des Lernerfolgs beitragen können. Daraus ergeben sich aus der Leitfrage des Projektes viele Teilforschungsfragen, die nur interdisziplinär beantwortet werden können. In diesem Workshop am Freitag, 23. November #CIHH18 sollen Feedback und Hinweise von den interessierten Teilnehmenden für die Analyse gesammelt werden.

Die Forschungsschwerpunkte von Dr. Milos Kravcik, Senior Researcher am EdTec Lab am DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz), liegen im Bereich der Lerntechnologien, insbesondere personalisierte und adaptive Lösungen, lebenslange Kompetenzentwicklung, mobiles und spielbasiertes Lernen sowie arbeitsplatzintegriertes Training. Er hat mehrere EU-Projekte erfolgreich akquiriert und geleitet, an der Comenius Universität in Bratislava, am Fraunhofer FIT Institut in Sankt Augustin, an der Open Universität in den Niederlanden und an der RWTH in Aachen. Dazu gehörten Projekte mit Fokus auf der Unterstützung beeinträchtigter Studierenden, die Entwicklung webbasierter adaptiver Lernumgebungen, Anwendungen für mobiles Lernen, Werkzeuge für selbstreguliertes Lernen am Arbeitsplatz, aber auch Arbeit hinsichtlich Standardisierung und Interoperabilität von Lernsystemen.