
Bologna und Web 2.0: Wie zusammenbringen, was nicht zusammenpasst?
Web 2.0 steht für eine veränderte Wahrnehmung und Nutzung des WWW, für soziale Netzwerke und Selbstorganisation mit Hilfe von Social Software und damit für eine technologieinduziertes Verhalten, welches das Bildungsverständnis und die Bildungspraxis nachhaltig verändern kann. Bologna steht für einen einheitlichen europäischen Bildungsraum, der unter anderem Vergleichbarkeit erlauben und Intransparenz vermindern soll, der in der Folge Akkreditierung und Zertifizierung von Institutionen und Programmen erfordert, was unsere Hochschullandschaft ebenfalls nachhaltig verändern wird. Der Studierende steht angesichts dieser beiden Bewegungen vor widersprüchlichen Anforderungen: Zum einen wird ihm ein selbst bestimmter Bildungsprozess im Kontext sozialer Gemeinschaften versprochen und abverlangt, zum anderen führt man ihn in strukturell notwendige Kompetenz-Raster und Assessment-Systeme. Der Lehrende steht als tragische Figur auf dem Scherbenhaufen zerschlagener Hoffnungen auf ein marktgesteuertes und gerechtes Bildungssystem einerseits und eine neue Form der humanistischen Selbstbildung andererseits.
Web 2.0 und Bologna fordern heute gleichzeitig die Hochschulen heraus, doch die damit transportierten Visionen und Konzepte wollen nicht so recht zusammenpassen. Ziel des Beitrags ist es, diesen Grundkonflikt zu analysieren und anhand eines Beispiels Möglichkeiten in Richtung einer Lösung des Problems aufzuzeigen.
| Anhang | Größe |
|---|---|
| social_elearning_reinmann.pdf | 225.88 KB |
Audiodatei herunterladen | 997 downloads | 65 plays
Kommentar hinzufügen